Kulturzentrum Lagerhaus e.V. Bereich MIGRATION
Kulturzentrum Lagerhaus e.V. Bereich MIGRATION

Presse 2016

 

  • 12.12.2016: "Ammar Obeid auf der Flucht" - WK
  • 29.11.2016: "Integrationsrat fordert Winter-Abschiebestopp" - WK
  • 28.11.2016: "Integration ist keine Einbahnstraße" - WK
  • 12.09.2016: "Gastfamilien gesucht" - WK
  • 07.04.2016: "Es wird sehr vielfältig" - Die Multi-Künstlerin Kathrin Massarczyk präsentiert im Lagerhaus Bilder vom Erzählen - WK
  • 07.03.2016: "Stark, stolz und stur" - Bremenweit laufen Veranstaltungen zum Weltfrauentag - auch noch nach dem 8. März - WK
  • 07.01.2016: "Über den Atlantik muss du gehen" - Wahlbremerinnen und Wahlbremer aus Süd- und Nordamerika / Überseemuseum sucht Freiwillige für Porträits - WK

Ammar Obeid auf der Flucht

Film läuft bei Migrantinnen-Tagen

Ostertor. Wie es Menschen auf der Flucht von Syrien nach Deutschland ergeht, davon erzählen viele Medienberichte und Fotoreportagen. Professionelle Journalisten wählen die Bilder nach journalistischen Kriterien aus. Wie aber sehen Bilder aus, die  die Betroffenen von sich selbst und ihrer Flucht machen? Ammar Obeids Film „Transfer“  gibt Antworten auf solche Fragen. Der Syrer hat seine Flucht, die am 19. Januar 2015 in Damaskus begann und ihn nach Karlsruhe führte, mit dem Handy aufgenommen. Aus den Fotos und Videos ist eine Dokumentation entstanden, die  am Mittwoch, 14. Dezember, um 19 Uhr im Programm der Migrantinnen-Tage im Lagerhaus, Schildstraße 12-19, gezeigt wird. Der Eintritt ist frei.

„Ammar Obeid hat in Syrien an der Universität japanische Literatur studiert, aber dort auch als Videokünstler gearbeitet“, erzählt Recai Aytas, der die Migrantinnen-Tage gemeinsam mit seiner Kollegin Eusevia Torrico organisiert. Er und sein Team seien durch eine Empfehlung auf den Syrer aufmerksam geworden. „Ein Bekannter, der im Auswandererhaus in Bremerhaven gearbeitet hat, hat uns den Film empfohlen.“

Es wird aber nicht nur der Film gezeigt, sondern das Thema Flucht und Medien wissenschaftlich erörtert. „Dass eine Dokumentation über Geflüchtete gezeigt wird, erleben wir oft. Aber dass auch eine wissenschaftliche Diskussion mit dem Thema verbunden ist, das haben wir noch nicht gesehen“, schildert der Migrationsreferent seine Erfahrungen. Aus diesem Grund ist nicht nur der Filmemacher, sondern auch Christine Lohmeier von der Universität Bremen eingeladen. Die Professorin für Kommunikations- und Medienwissenschaften beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Medien, Migration und Erinnerungen. Libuse Cerna vom Bremer Rat für Integration wird den Abend moderieren.

Unter dem Motto „Bremen tauscht sich aus“ berichtet Geesche Decker gemeinsam mit Teilnehmern am Donnerstag, 15. Dezember, um 19 Uhr im  Lagerhaus von ihren Erfahrungen in einem Gesprächskreis für Zugewanderte. „Wir haben das Projekt im Mai 2016 angestoßen“, sagt Recai Aytas, „für Zugewanderte ist es oft schwierig, einen Platz in einem Deutschkurs zu bekommen. Und die Kurse sind meistens sehr voll. Deshalb bietet Geesche Decker seither den Gesprächskreis an.“ Im geschützten, transkulturellen Begegnungsraum können sich alle, die schon recht gute Deutschkenntnisse haben, über Probleme beim Deutschlernen oder das Leben in Bremen austauschen. „Die Diskussionsrunde ist als Abschlussveranstaltung für den Gesprächskreis gedacht“, erklärt Aytas. „Das bedeutet aber nicht, dass es den Gesprächskreis danach nicht mehr gibt. Nächstes Jahr wird es weitergehen.“

 „Nachdem wir mit Osman Engin begonnen haben, wollen wir unsere Migrantinnen-Tage auch mit einer schönen Veranstaltung beenden“, kündigt Recai Aytas das Abschlusskonzert für Freitag, 16. Dezember, um 20 Uhr im Lagerhaus an. Die Band „CASINO“ wird unter anderem Salsa, Cha-Cha-Cha und Rumba spielen. „Das ist kein Konzert, bei dem man nur zuhört. Es soll auch getanzt werden.“ Die Gruppe ist so etwas wie die inoffizielle Hausband der Migrantinnen-Tage und schon zum fünften Mal dabei. Die Karten kosten zehn, ermäßigt fünf Euro. Faltzettel mit dem Programm der Migrantinnen-Tage liegen öffentlich aus. Näheres unter 70 1000-20 und -21.

Quelle: WK / 12.12.16

Integrationsrat fordert Winter-Abschiebestopp

Vorstandsmitglied Aytas: Oft gut integrierte Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter betroffen

Bremen. Der Bremer Rat für Integration (BRI) fordert einen Abschiebestopp für die kalte Jahreszeit. Um die Situation der Menschen nicht unnötig zu verschärfen, sei es wünschenswert, „wenn wie früher üblich, in den Wintermonaten eine Abschiebungspause geltend gemacht werden könnte“, sagt die Vorsitzende Libuse Cerna.

Der Bremer Rat für Integration fürchtet, dass aufgrund der verschärften Gesetzeslage und des Drucks aus Berlin die Zahl der Abschiebungen in Bremen künftig deutlich steigen wird. Recai Aytas, BRI-Vorstandsmitglied und Mitglied der Härtefallkommission, weiß von vielen Flüchtlingen zu berichten, die in den vergangenen Monaten die Aufforderung bekommen hätten, Bremen binnen drei Wochen zu verlassen. Betroffen seien vor allem Menschen aus den als sicher geltenden Westbalkanstaaten. Die Härtefallkommission werde immer häufiger mit Fällen konfrontiert, die deutlich zeigten, dass das Gesetz unmenschlich ausgelegt werde, sagt Aytas. Oft seien gut integrierte Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter betroffen, die bereits seit Jahren in Bremen lebten. „Früher gingen bei der Härtefallkommission zwei bis drei Anträge im Jahr ein, heute sind es zwei bis drei pro Monat“, so Aytas.

„Das Problem ist, dass nach der neuen Gesetzeslage immer mehr Menschen aus den sogenannten sicheren Herkunftsländern negative Asylbescheide erhalten“, sagt Libuse Cerna. „Bei den Westbalkanstaaten sind es annähernd 100 Prozent.“ Da es so gut wie keine Ausnahmen für Minderheiten mehr gebe, seien für sie auch Duldungen so gut wie ausgeschlossen. Mit der steigenden Zahl der Ausreisepflichtigen werde sich aber auch die Zahl derer erhöhen, die der Aufforderung zur Ausreise nicht nachkommen. Diese Menschen müssten dann laut Gesetz abgeschoben werden.

„Auch wenn sich die aktuelle Gesetzeslage geändert hat, sollte in Bremen auch weiterhin die Zahl freiwilliger Ausreisen überwiegen“, findet Cerna. Dafür muss aber nach Ansicht des BRI die Frist zwischen Ankündigung und Ausreisedatum von drei auf mindestens sechs Wochen verlängert werden, um in diesem Zeitraum noch einen Rechtsbeistand zu Hilfe holen zu können oder um sich auf die lange Rückreise vorzubereiten.

2015 und 2016 hat Bremen insgesamt 121 Menschen abgeschoben. Dazu sind 651 Personen freiwillig in ihre Herkunftsländer ausgereist. Das geht aus einer Anfrage der Linken an den Senat hervor. Lag die Zahl der freiwilligen Ausreisen 2015 noch bei 165, sind es im laufenden Jahr bereits 486.

In diese Länder hat Bremen abgeschoben

Im Jahr 2016 hat Bremen Asylbewerber, deren Antrag abgelehnt wurde, nach Albanien, Mazedonien und Serbien abgeschoben. Hinzu kommen andere Ausreisepflichtige, insbesondere Straftäter, die nach Bulgarien, Litauen, Montenegro, Polen, Georgien, in den Kosovo und die Türkei abgeschoben wurden. Freiwillig sind 2016 insgesamt 486 Personen in die folgenden Länder ausgereist: Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Armenien, Bosnien, Eritrea, Guinea, Iran, Kosovo, Mali, Mazedonien, Montenegro, Russland, Serbien, Somalia, Syrien, Türkei.

Quelle: © Weserkurier / 29.11.2016

"Integration ist keine Einbahnstraße"

18. Migrantinnen-Tage mit Lesungen Konzerten und Diskussionen haben begonnen

 

Ostertor.Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“ von 2015 ist  zu einem geflügelten Wort in der Flüchtlingsdebatte geworden. Damals sprach die Bundeskanzlerin über die Herausforderungen der Integration und Migration. Viel Kritik ist der Kanzlerin seither entgegengeschlagen, sowohl aus den eigenen Reihen der Partei als auch von sogenannten besorgten Bürgern. Häufig wurde die Frage gestellt: Schaffen wir das?

„Schaffen wir das?“, haben auch die Organisatoren der Bremer Migrantinnen-Tage gegen Ausgrenzung, Eusevia Torrico Jiménez und Recai Aytas, überlegt und die Frage zum Motto der Veranstaltungsreihe gemacht. Die beiden sind im Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12-19, für den Bereich Migration zuständig und organisieren die Migrantinnen-Tage bereits zum 18. Mal. Bis 16. Dezember sollen Frauen und Männer mit und ohne Migrationshintergrund miteinander ins Gespräch kommen – auch darüber, ob die Gesellschaft die vielen Fragen um neue Herausforderungen in der Integrationspolitik gemeinsam beantworten kann.

„Integration ist keine Einbahnstraße“, erklärt Recai Aytas die Idee hinter den Migrantinnen-Tagen, „unser Ziel ist es, gegenseitige Anerkennung zu schaffen. Keine Toleranz und keine Akzeptanz, sondern Anerkennung.“ Besonders wichtig seien ihm und seinem Team, dass sich die Menschen auf verschiedenen Ebenen begegnen können. „Es geht nicht nur um Politik, wir bieten auch Lesungen und Konzerte an. Die Besucher sollen verschiedene Kulturen kennenlernen können." Der Migrationsreferent, der schon seit zwei Jahrzehnten im Lagerhaus arbeitet, sitzt unter anderem im Beirat für den Abschiebegewahrsam, in der Härtefallkommission, im Bremer Rat für Integration und im Landesnetzwerk Migration. Von Donnerstag, 1. Dezember, bis 31. Januar stellt er im Kafé Lagerhaus Fotos unter dem Titel "Lebensmittelpunkt" aus.

"Aus der Ferne sind Menschen gekommen und haben sich Bremen als Mittelpunkt ihres Lebens ausgesucht", schreibt er dazu. "Sie sind allein geblieben oder haben eine Familie gegründet. Das Besondere an ihnen: Sie haben es geschafft, einen neuen Anfang zu machen." Die einen haben Geschäfte gegründet oder Arbeit in einem Restaurant gefunden, andere sind Künstlerinnen oder engagieren sich politisch. Recay Aytas will einige von ihnen und ihre Integrationsleistung fotografisch würdigen.

Den Veranstaltern geht es aber nicht darum, nur die schönen Seiten der Migration zu zeigen. „Es gibt Punkte, über die man sprechen muss“, sagt Recai Aytas. Plätze in Kindergärten und in Schulen für geflüchtete Kinder und Jugendliche sind so ein Thema, aber auch der Umgang mit dem Islamismus. Düzen Tekkal übt in ihrem Buch "Deutschland ist bedroht – Warum wir unsere Werte jetzt verteidigen müssen" harsche Kritik. Die Gefahr, die von extremistischen Flüchtlingen ausgehe, sei lange Zeit unterschätzt worden, urteilt die deutsch-jesidische Fernsehjournalistin, Autorin und Kriegsberichterstatterin, die 1978 in Hannover zur Welt gekommen ist und kurdische Wurzeln hat. Libuse Cerna vom Bremer Rat für Integration moderiert die Runde mit Düzen Tekkal und den Bürgerschaftsabgeordneten Antje Grotheer (SPD), Sigrid Grönert (CDU), Sülmez Dogan (Bündnis 90/Die Grünen) und Cindi Tuncel (Die Linke) am Donnerstag, 8. Dezember, um 18 Uhr in der Bremischen Bürgerschaft. Düzen Tükel wird von ihren Erfahrungen im Nordirak berichten. Als sie 2014 vom Einmarsch des Daesh im irakischen Mosul erfuhr, beschloss sie gemeinsam mit ihrem Vater, über den Genozid an ihrem Volk zu berichten. Zurück in Deutschland schilderte sie die Lage der Menschen, die aus der Region geflohen sind. Und sie warnt vor extremistischen Strömungen in Deutschland – sowohl von islamistischer als auch von rechtsextremer Seite.

„Düzen Tekkals Buch ist im März erschienen. Sie hat darin behauptet, dass sich unter den Flüchtlingen auch Anhänger des IS befinden. Heute wissen wir, dass sie recht hatte“, sagt der Migrationsreferent Recai Aytas, „wir hören ja auch davon, dass Minderheiten in den Flüchtlingsunterkünften ankommen und von den Islamisten unterdrückt werden. Der Umgang mit dem extremistischen Islam ist ein wichtiges Thema für unsere Gesellschaft. Ich bin sehr gespannt auf diesen Programmpunkt. Vor allem will ich wissen, was die Parteien zu dem Thema zu sagen haben.“

Mit Deutschland als Einwanderungsland setzt sich die gebürtige Kroatin Jagoda Marinic am Donnerstag, 1. Dezember, um 19 Uhr im Europa-Punkt im Haus der Bürgerschaft auseinander. "Made in Germany? Was ist deutsch in Deutschland?" heißt ihr Buch, in dem sie sich vor allem auch den "Neuen Deutschen" widmet, Migrantinnen und Migranten, die schon länger in Deutschland leben. "Wie unterscheidet sich ihr Schicksal von dem der heutigen Einwanderer?", fragt Jagoda Marinic, die einen deutschen Pass hat. "Was kann man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen?" Barbara Witte moderiert die Diskussion.

Auch Konzerte gehören in der ersten Hälfte der Migrantinnen-Tage zum Programm. Flavia Coelho aus Brasilien kommt auf ihrer "Sonho Real Tour" nach Bremen und singt am Mittwoch, 30. November, ab 20 Uhr Reggae und Ska im Saal des Kulturzentrums Lagerhaus und lateinamerikanische Partysongs zur akustischen Gitarre. Am Freitag, 2. Dezember, spielt dort um 20 Uhr die „Groove Garderobe“, eine WG-Band aus Oldenburg. Ihre Rap-Texte richten sich gegen Ausgrenzung und Ausländerfeindlichkeit. Eine Vorgruppe haben sie auch: Luc von Mensing. Der Eintritt kostet acht, ermäßigt sechs Euro.

Recai Aytas und Eusevia Torrico wollen ein vielfältiges Bild der Migration zeigen. „Ich bin froh, dass wir so unterschiedliche Dinge im Programm haben“, sagt Recai Aytas deshalb.  „Wir haben es schon fast geschafft. In Bremen sind so viele ehrenamtliche Menschen unterwegs, allein 40 Personen bei uns im Lagerhaus. Wir haben schon wirklich viel erreicht. Zum Beispiel sind meisten Übergangswohnheime mittlerweile leer. Das Wichtigste ist, dass wir positiv denken, dann schaffen wir auch den Rest Schritt für Schritt.“

Faltzettel mit dem gesamten Programm der Migrantinnen-Tage im Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12-19, liegen öffentlich aus. Mehr unter www.migration-bremen.de und telefonisch unter 70 10 00-20 und 70 10 00-21.

 

© Weserkurier / 28.11.2016

Stark, stolz und stur

Bremenweit laufen Veranstaltungen zum Weltfrauentag – auch noch nach dem 8. März
VON LISA URLBAUER UND MONIKA FELSING

Bremen.Einheimische Frauen, Frauen aus Zuwandererfamilien, Frauen auf der Flucht – der Weltfrauentag, 8. März, bringt alle zusammen. Christa Brämsmann, die „Bremerin des Jahres 2013“ und Mitgründerin des Mütterzentrums Osterholz-Tenever, hat Routine darin. Im Projekt „Bahnhof des Willkommens“ im Hauptbahnhof zeigen Teneveranerinnen aus verschiedenen Herkunftsländern am Dienstag von 11 bis 12 Uhr eine Modenschau unter ihrer Regie. Die Stadtfrauenkonferenz ruft für den gleichen Tag zu einer Demo auf. Sie startet um 16 Uhr am Ziegenmarkt. Das Motto ist Programm: „Stark, stolz und stur.“

Auch das Migrationsbüro des Lagerhauses, Schildstraße 12-19, beteiligt sich am Frauentag: KÖM, ein „Frauenrat für Frieden und Freiheit“, lädt für Dienstag um 18.30 Uhr zu einer Diskussion ein. Die kurdische Politikwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Evren Uluta, die den Frauenfreiheitsrat vertritt, berichtet über die politischen Spannungen zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Arbeiterpartei PKK und über die Rolle der Frauen im Friedensprozess. „Nachdem die islamisch-konservative Regierung eine Offensive gegen die verbotene PKK gestartet hatte, wurden über 200 Zivilisten regelrecht von Scharfschützen hingerichtet“, schreibt der Frauenrat. Er möchte zwischen der PKK und dem türkischen Staat vermitteln. Moderiert werden die Gespräche von Gül Yoksulabakan. Fatos Atali-Timme dolmetscht. Der Eintritt ist frei.

Die Frauenbeauftragten der Gesundheit Nord laden gemeinsam mit Frauen- und Familienorganisationen aus Osterholz für Mittwoch, 9. März, zu einem Frauenfest ein. Von 16 bis 20 Uhr wird der Frauentag im Haus am Park auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Ost gefeiert. Es werden internationale Kreistänze getanzt, und der Film „One billion rising“ läuft. DJane Gülbahar Kültur aus dem Viertel legt Musik zum Tanzen auf. Der Eintritt kostet zwei Euro für Erwachsene.

„Von Gräfin Emma und anderen Em(m)anzen“ handelt ein Stadtrundgang des Vereins Statt-Reisen am Mittwoch, 9. März. Um 18 Uhr geht eine Gruppe an den Schweinen in der Sögestraße los, um von Christine Holzner-Rabe einiges über außergewöhnliche Bremerinnen zu hören, etwa über Betty Gleim oder Ottilie Hoffmann, die sich für bessere Bildungschancen für Frauen und Mädchen eingesetzt haben. Die Teilnahme am Rundgang kostet acht Euro. Anmeldung unter 430 56 56 oder via E-Mail an info@stattreisen-bremen.de.

Die Filmemacherin Heide Nullmeyer aus Hellwege ist am Donnerstag, 10. März, um 19 Uhr zu Gast im Wallsaal der Zentralbibliothek, Am Wall 201. Unter dem Titel „Einbruch – Umbruch – Aufbruch: Frauen unterwegs“, präsentiert sie Ausschnitte aus Filmen aus den Jahren 1978 bis 2003. „In bewegenden Szenen erzählen Frauen mit sehr unterschiedlichen Biografien ihre Beweggründe für Veränderungen in ihrem Leben, wie sie Krisen bewältigt haben, wodurch ihr Selbstbewusstsein gestärkt wurde, wie sie über das Älterwerden denken“, schreibt sie. Die Prominentesten im Film sind die Bremer Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil, die österreichische Schauspielerin Erika Pluhar und Christine Westermann aus der Fernsehserie „Zimmer frei“ (WDR). Heide Nullmeyer, eine gebürtige Frankfurterin, hat Psychologie an der Uni Bremen studiert und war von 1969 bis 2005 bei Radio Bremen tätig. Heute arbeitet sie als freie Filmemacherin und gibt als Psychologin Seminare. Was ist aus den Frauen geworden, die sie porträtiert hat? Im Anschluss an den Film gibt Heide Nullmeyer auch darüber Auskunft. Der Eintritt ist frei. Der Wallsaal der Zentralbibliothek ist über den Wall erreichbar.

Der Film „Anfangen – Gastfreundschaft im eigenen Kopf“ läuft am Donnerstag, 10. März, um 19 Uhr m Gemeindehaus St. Remberti, Friedhofstraße 10. Die Gleichstellungsbeauftragte der Bremischen Evangelischen Kirche, die Evangelische Frauenarbeit und die St.-Remberti-Gemeinde laden gemeinsam dazu ein. Hauptperson des Films ist Christina Thürmer-Rohr, eine feministische Theoretikerin, emerierte Professorin und Musikerin. „,Anfangen’ ertastet Momente aus dem Leben von Christina Thürmer-Rohr mit ihrer Besonderheit, Erkennen und Handeln nicht zu trennen“, schreiben die Veranstalterinnen. „Ihre Arbeit kreist um Herrschafts- und Patriarchatskritik, um Gewaltkritik, Opferkritik, um Mittäterschaft – und um Freundschaft. Bis heute inspiriert sie durch ihr vorausschauendes Denken.“ Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung wird erbeten unter Telefon 34615-35.

Der Bremer Rat für Integration, das Frauenbildungszentrum Belladonna, der Bremer Frauenausschuss und der Ortsfrauenrat der Gewerkschaft Verdi wollen am Freitag, 11. März, um 18 Uhr über Frauen „Im Schatten der Flucht“ reden – auf einer Podiumsdiskussion im Europapunkt im Haus der Bürgerschaft. „Frauen fliehen genau wie Männer vor Krieg, Unterdrückung und Verfolgung aus politischen und religiösen Gründen. Dennoch sind sie zusätzlichen Gefahren und Situationen ausgesetzt, denen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird – von Gewalt und sexuellen Übergriffen bis hin zur Herausforderung, plötzlich alleinerziehende Mutter zu sein“, schreiben die Veranstalterinnen. „Und nach der Flucht warten oftmals in den Übergangswohnheimen neue Probleme.“ Die Journalistin Simone Schmollack (taz Berlin) wird das Impulsreferat halten. Neben ihr auf dem Podium: Gudrun Fischer (Refugio), Marjan Amiri, eine junge Frau, die aus Afghanistan geflohen ist, und Arso Gürtekin, die Leiterin des Übergangswohnheimes am Klinikum Mitte. Es moderiert die Journalistin Libuse Cerna, Vorsitzende des Bremer Rates für Integration, die für ihr großes Engagement gerade mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist. Der Eintritt zur Podiumsrunde ist frei.

Mehr Termine im Zusammenhang mit dem Frauentag finden Sie auf www.zgf.bremen.de.

Quelle: WK (7.3.16)

Über den Atlantik musst du gehen

Wahlbremerinnen und Wahlbremer aus Süd- und Nordamerika / Übersee-Museum sucht Freiwillige für Porträts
VON LIANE JANZ
Mitte·Östliche Vorstadt. Eine gewisse Unruhe war ihnen allen eigen – mehrere Umzüge, verschiedene Jobs, viele Interessen. In Bremen sind alle vier heimisch geworden. Für seine Amerika-Ausstellung sucht das Übersee-Museum derzeit Frauen und Männer mit Wurzeln in Süd- oder Nordamerika, die in Bremen leben. Der StadtteilKurier stellt drei Frauen und einen Mann vor, auf die die Beschreibung passt – unabhängig davon, ob sie an der Dauerausstellung mitwirken wollen.
Es war der 2. Dezember 1989. An diesem Tag reiste Eusevia Torrico Jiménez in Deutschland ein. „Ich sah zum ersten Mal Bäume ohne Blätter“, erinnert sie sich an ihren ersten Eindruck. Von den Jahreszeiten hatte sie zwar in ihrer Heimat schon gehört, aber eine Vorstellung davon habe sie nicht gehabt. Geboren wurde Eusevia Torrico Jiménez in einem Dorf in der nordperuanischen Region Piura. Im Alter von drei Jahren kam sie in ein Waisenhaus, als Achtjährige zog sie nach Lima und besuchte dort die Alexander-von-Humboldt-Schule.
Bis zum Realschulabschluss lebte sie in verschiedenen deutschen Familien – bei Lehrkräften der Schule – und machte früh Bekanntschaft mit der deutschen Sprache und Kultur. Nach ihrer Ausbildung in Peru schenkte ihr einer der Lehrer ein Flugticket nach Bremen – der Aufbruch zu einem dreimonatigen Urlaub. Sie entschied sich zu bleiben.
Eusevia Torrico Jiménez hat zunächst unter anderem in Hamburg und Kiel gelebt, fühlte sich aber nirgendwo richtig zu Hause, sondern immer als Touristin. Auch in Bremen nicht, nachdem sie zurückgekehrt war. „Ich hab mich spät entschieden, die Fachabiturausbildung zu machen“, erzählt sie. Dann folgte ein Studium, und sie besuchte Veranstaltungen zu Migrationsthemen, baute sich ein Netzwerk auf. Je dichter ihr soziales Netz wurde, umso mehr fühlte sie sich angekommen. „Seit einigen Jahren fühle ich mich heimisch“, sagt sie. Und jetzt arbeitet sie schon seit neun Jahren in der Migrationsabteilung des Kulturzentrums Lagerhaus im Ostertor.
Durch Zufall ist Julie Comparini nach Bremen gekommen. Und mit Glück. Die beiden Wörter fallen oft, wenn sie aus ihrem Leben erzählt. Geboren ist sie in dem Städtchen Bethlehem in Pennsylvania, ihre Kindheit verbrachte sie in Connecticut und ihre Jugend in Kalifornien. In der
Schule spielte sie Theater, bekam aber keine so guten Rollen, weil damals Musicals sehr beliebt waren. „Ich konnte nicht singen“, erzählt Julie Comparini. Dann trat sie in den Schulchor ein, und langsam mauserte sich das Mädchen, das nicht singen konnte, zu einer gefragten Altistin für Alte Musik. Diese ganz bestimmte Vorliebe entdeckte sie während ihrer Studienzeit in Berkeley, wo sie sich einem Kammerchor anschloss, mit dem semi-professionellen „Philharmonia Baroque Orchestra“ jährliche Konzerte gab und eine CD aufnahm.
So lernte sie das Leben professioneller Musiker kennen. „Das war für mich eine faszinierende Welt.“ Julie Comparini ging nach New York. Dort sind klassische und Alte Musik nicht unbedingt populär. „Wie alle New Yorker Barock-Sänger hatte ich einen Tagsüber-Job.“ Irgendwann nahmen die Jobs ihre ganze Zeit in Anspruch, sodass kaum noch Raum zum Üben blieb.
Bei der Organisation eines Festivals lernte sie Stephen Stubbs kennen, der damals Laute an der Hochschule für Künste in Bremen unterrichtete. Mit seiner Hilfe kam Julie Comparini 1997 als Gaststudentin nach Bremen, zog in eine Musik-WG in der Humboldtstraße – und blieb.  Inzwischen ist sie sogar eingebürgert. „Ich bin in Bremen glücklich“, sagt sie.
Mit ihrer Alt-Stimme bedient sie eine Nische. Die wenigen Frauen, die Alt singen, sind eher bei Rock oder Jazz zu finden. „Ich bin nicht alleine, aber es gibt wenige.“ Und als eine der wenigen kann sie auch von der Musik leben, singt in Ensembles wie dem Balthasar-Neumann-Chor, dem belgischen Kammer-Ensemble „Sospiri Ardenti“ und „Cinquefoil“, einem Bremer Ensemble, das sich auf Musik aus dem 15. Jahrhundert spezialisiert hat. Bekannt ist sie auch durch „Laudate Cantate“ in der Liebfrauenkirche.
Beim „Dialog der Kulturen“ spielt Willy Schwarz an diesem Donnerstag, 7. Januar, um 19 Uhr im Dom bei freiem Eintritt Musik unterschiedlicher Kontinente. Mit dem Folk-Trio „Young-uns“ tourte er schon als 14-Jähriger durch die USA. Er stammt aus der Stadt Holland im US-Bundesstaat Michigan, hat in Indiana, Seattle, New York, Los Angeles, Boston und anderen Städten gelebt. In Chicago dann lernte er seine Frau kennen, eine Bremerin. Als sie zurückging, ging er mit. Das war 1999. „Die Bedingungen waren günstig für mich“, erinnert sich Willy Schwarz. Er hatte gerade einen Plattenvertrag in der Tasche und konnte von seiner Musik leben. Dennoch hatte er ein mulmiges Gefühl. „Meine Eltern waren jüdische Flüchtlinge.“ Willy Schwarz kannte die deutsche Geschichte nur aus der amerikanischen und jüdischen Perspektive. „Und seit ich in Deutschland lebe, erfahre ich die deutsche Seite.“ Und er hat über seine Frau Deutsche kennengelernt, die sich der Aufarbeitung der NS-Verbrechen widmen.
Die Plattenfirma ging nach zwei Jahren pleite, und Willy Schwarz fing noch mal von vorn an. Zugute kam ihm, dass er in Amerika, England und Australien bereits an Theatern gearbeitet hatte. Daraufkonnte er aufbauen. Und auch auf Projekte wie das von ihm gegründete Chicago Immigrant Orchestra. „Wieso soll das nicht in Bremen auch klappen“, sagte er sich und rief 2001 das Bremen Immigrant Orchestra ins Leben. Etwa fünf Jahre lang waren die Musiker auf  Festivals unterwegs. Willy Schwarz gibt Konzerte und initiiert Projekte mit Musikern aus der ganzen Welt.
Die ganze Welt wollte Analucia Da Silva Over auch schon früh kennenlernen. „Ich war total neugierig“, sagt sie über sich. In Butia im Süden Brasilien, nahe der Grenze zu Uruguay, erblickte sie das Licht der Welt. Kindheit und Jugend hat sie Porto Allegre und Florianopolis verbracht. „Ich hab schon als Kind den Wunsch gehabt, ins Ausland zu gehen.“ Den Plan begann sie auch recht bald in die Tat umzusetzen. Sie hatte schon alles vorbereitet für einen Aufenthalt in Seattle in den USA, und dann kam es doch anders. Über das Internet lernte sie
eine Familie in Bremen kennen. Kurzerhand änderte sie ihre Pläne und kaufte sich ein Flugticket nach Deutschland. Ebenfalls im Oktober 1999 kam sie in der Hansestadt an. Von Kulturschock keine Spur. Sie habe gewusst, dass in Deutschland vieles anders sein wird als in Brasilien „und genau das wollte ich haben“. Als Gaststudentin besuchte sie die Universität Bremen und legte
dort den Grundstein für Portugiesischunterricht. Ihre Muttersprache wird außer in Portugal und Brasilien auch in Angola, Mosambik sowie dem Inselstaat São Tomé und Príncipe gesprochen. Außer Privatleuten, die aus eigenem Interesse Portugiesisch lernen möchten, unterrichtet sie schon seit dem Jahr 2000 auch Firmenmitarbeiter, die wirtschaftliche Interessen in einem der Länder verfolgen. In Bremen ist Analucia Da Silva Over inzwischen zu Hause. Sie lebt in der Bahnhofsvorstadt und ist mit einem Deutschen verheiratet.

Übersee-Museum ruft auf
Das Übersee-Museum gestaltet die Amerika-Abteilung seiner Dauerausstellung um. „Eigentlich geht es uns darum, die ganze Vielfalt des amerikanischen Kontinents zu zeigen“, sagt Markus Alexander Scholz vom Übersee-Museum. Gleich zu Beginn der Ausstellung sollen 60  großformatige Schwarz-Weiß-Porträts von Wahlbremerinnen und Wahlbremern aus Süd- und
Nordamerika gezeigt werden. Dafür werden Mitwirkende gesucht. „Jeder bekommt seine Fotos als Datei zur Verfügung gestellt“, sagt Scholz. Wer sich beteiligen möchte, kann sich bis Ende Januar bei ihm melden, unter 16038129 oder per E-Mail an ma.scholz@uebersee-museum.de

Quelle: Weser Kurier(7.1.16)

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